Können Muskeln wirklich kürzer werden?

 

Sicher haben Sie es auch schon mal gehört...von Ihrem Therapeuten, Trainer oder im Freundeskreis.

"Deine Muskeln sind verkürzt, deswegen hast Du Schmerzen".

 

Aber werden Muskeln wirklich kürzer, wenn sie nicht benutzt oder wenn sie fehlbelastet werden?

 

Nein, die strukturelle Länge eines Muskels bleibt immer gleich, auch wenn man ihn nicht trainiert oder dehnt. Ein gesunder Muskel wird durch neuronale Signale in seiner Position gehalten und sieht so lediglich verkürzt aus. Werden Muskeln anästhesiert, dann entspannt sich jeder Muskel in seiner ursprüngliche Länge.

 

Aber warum spricht man dann von einer "Verkürzung"?

 

Eigentlich meint man mit diesem Begriff eine eingeschränkte Funktion bzw. eine Dysbalance der Muskulatur. An diesen Umständen können Faszien maßgeblich beteiligt sein. Faszien verfügen über Schmerz- und Dehnungsrezeptoren. Sind die Faszien nicht intakt, verklebt oder verletzt, können - vereinfacht gesagt - falsche Signale an die Muskulatur gesendet werden. Als Folge erhöht sich der Muskeltonus oder die Muskulatur verspannt. Diese Verspannung nehmen wir als "Verkürzung" der Musulatur wahr, weil wir uns nicht mehr so frei bewegen können. Zusätzlich entsteht ein Ungleichgewicht zwischen den muskulären Gegenspielern, was auf Dauer zu Fehlbelastungen und Schmerzen führt.

Man sollte also das Faszientraining, neben geeigneten Dehn-und Kräftigungsübungen keinesfalls vernachlässigen.