Testosteron kann Risiko für Herzinfarkte erhöhen

Männer, die aus genetischen Gründen erhöhte Testosteronspiegel haben, erkranken häufiger an Thromboembolien, Herzinsuffizienz und Herzinfarkt. Dies kam in einer Mendelschen Randomisierung im britischen Ärzteblatt heraus, die die Warnungen der US-Arzneimittelbehörde FDA bestätigt und einen ungünstigen Ausgang einer laufenden Studie zur Testosteronsubstitution im Alter befürchten lässt.

 

Testosteron ist der Inbegriff der Männlichkeit. Wegen seiner anabolischen Wirkungen wird es seit Längerem von jungen Männern aus der Bodybuildingszene und zunehmend von Besuchern von Fitnesszentren illegal konsumiert. Zuletzt ist auch die Zahl älterer Männer gestiegen, die ihre nachlassende Virilität mit Testosteron auffrischen wollen.

 

Die Behandlung könnte jedoch mit erheblichen Risiken verbunden sein. Die US-Arzneimittelbehörde FDA warnte bereits vor 3 Jahren vor den unklaren Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System. Die Drug Safety Communication der FDA basierte vor allem auf den Ergebnissen von Beobachtungsstudien, in denen langjährige Anwender von Testosteron häufiger Herzinfarkte und Schlaganfälle erlitten. Epidemiologische Studien können den Zusammenhang jedoch nicht beweisen. Sie können nicht ausschließen, dass andere Faktoren die Anfälligkeit erklären.

 

Ob und wie zuverlässig die Vorhersagen der Mendelschen Randomisierung sind, wird sich in einigen Jahren zeigen. Die Hersteller von Testosteron prüfen derzeit in der TRAVERSE-Studie, ob eine Testosteronbehandlung das Risiko von Herz-Kreislauf-Ereignissen erhöht. An der Studie sollen 6.000 Männer im Alter von 45 bis 80 Jahren teilnehmen. Ergebnisse werden für das Jahr 2022 erwartet.

 

Quelle: Ärzteblatt.de

 

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