Das unseriöse Geschäft mit CBD-Öl und Co.

Akutell wächst der Markt für Cannabidiol-Produkte rasant. Von Tropfen und Pillen bis hin zu Cremes wird alles mit dem Inhaltsstoff CBD beworben, sogar für Tiere gibt es CBD-haltige Produkte. Dabei werden die Produkte oftmals als wahre Wundermittel gegen Krebs, Arteriosklerose, Diabetes, Bluthochdruck etc. angepriesen. Bei vielen Produkten erschließt es sich allerdings nicht, welchen Sinn der CBD-Zusatz überhaupt haben soll.

 

Da CBD nicht psychoaktiv wirksam ist, ist es fast überall auf der Welt legal. Und der Markt nutzt die Prohibition des Cannabis gnadenlos aus, ohne die es den aktuellen Hype wahrscheinlich gar nicht geben würde.

 

Cannabinoide, so auch das CBD, haben vielfältige medizinische Wirkungen, das ist unbestritten. Allerdings muss hier noch viel Forschungsarbeit betrieben werden, die eben wegen der noch andauernden Prohibition bislang nicht in dem Maße stattgefunden hat, wie es der aktuelle Wissensstand erfordern würde.

 

In Deutschland sind CBD-haltige Produkte mit einem THC-Gehalt unter 0,2% legal erhältlich. CBD-Öl wird hierzulande als Nahrungsergänzungsmittel verkauft. Jedoch sollte man sich nicht von den vielen Heilsversprechen manch unseriöser Anbieter blenden lassen. Mittlerweile gibt es einige Multi-Level-Marketing-Unternehmen (oder neu "Network-Marketing"), die CDB-Öl ähnlich anpreisen wie seiner Zeit Aloe-Vera-Produkte. Dieses Anpreisen beginnt oftmals mit einer ganz unverbindlich scheinenden Nachricht, in der um Austausch gebeten oder nach eigenen Erfahrungswerten gefragt wird. Im Laufe des Gesprächs bekommt man dann ein "Starterpaket" angeboten, mit dem man andere Interessenten als Verkäufer anwerben soll, um entsprechende Rabatte zu erhalten. Oftmals wird auch eine Mindestabnahmemenge pro Monat gefordert.

 

Aus meiner Sicht ist diese Vermarktung zu oftmals überteuerten Preisen und mit Mindestabnahmemengen höchst unseriös. Patienten, die Hilfe für ein Problem suchen, sollen anschließend als Verkäufer agieren. Es geht schlicht um das Anwerben neuer Verkäufer, um die eigene Provision zu steigern. Denn an jedem Verkauf eines selbst angeworbenen Verkäufers verdient der Anwerber mit. Rentabel ist es letztlich oft nicht, ganz davon abgesehen, dass man durch das ständige Anpreisen nach und nach sein gesamtes soziales Umfeld nervt.

 

Das menschliche Endocannabinoid-System ist ein äußerst komplexes Thema. Um CBD-haltige Produkte zielgerichtet anwenden zu können, sollte man sich zumindest beim fachkundigen Arzt oder seriösem Heilpraktiker beraten lassen und nicht auf Versprechen findiger Verkäufer hereinfallen. Es gibt genug qualitativ hochwertige CBD-Produkte für Endverbraucher, so daß man sich nicht an Verträge mit Mindestabnahmemengen binden lassen muss.

 

Fazit:

CBD-Produkte sind, ganz klar, KEINE Wundermittel oder Allzweckwaffen gegen Krebs, Schmerzen und Co.!

Jedoch können CBD-Produkte sehr gut wirken, wenn die Qualität stimmt und sie korrekt und zielgerichtet angewendet werden.

 

Der aktuelle Hype wird sehr wahrscheinlich dazu führen, dass CBD-Produkte einen schlechten Ruf bekommen und möglicherweise sogar verboten werden. Bis dahin werden sich so manche Firmen mit diesem wertvollen Wirkstoff die Taschen auf Kosten der Hilfesuchenden vollgestopft haben. Leider.

 

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