Ärzte-Betrug bei Abrechnung

Laut des Mitte 2018 veröffentlichten Jahresberichts des BKA gibt es einen Anstieg von 54% bei der Bestechlichkeit von Heilberuflern.

 

Ein Beispiel: In Niedersachsen gab es einen größeren Fall mit Rezeptzuweisungen von Ärzten an Apotheker. Das lief so ab: Ärzte verordneten pro forma Medikamente, reichten Rezepte an Apotheker weiter, und diese bekamen Geld über ihre Rechenzentren. Pharmaka gaben sie nicht ab. Alles in allem floss Geld, ohne dass Kunden beliefert wurden.

 

Weitere Fälle beschäftigen sich mit Patientenzuweisungen an Sanitätshäuser gegen Gewinnbeteiligungen und mit der bevorzugten Auftragsvergabe an einzelne Labors.

 

Neben gesetzlichen Krankenkassen blutet auch die gesetzliche Rentenversicherung: Ärzte sollen bei mehr als 700 Patienten falsche Diagnosen erstellt haben, um deren Frühverrentung zu erreichen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch.

 

In seinem Report verweist das BKA speziell auf Abrechnungsbetrug durch Pflegedienste mit Personen aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Sie würden nur teilweise oder nicht erbrachte Leistungen abrechnen, die Pflegebedürftigkeit von Patienten vortäuschen, Ärzte und sonstige Fachkräfte bestechen bzw. Urkunden fälschen. Hier seien bandenartige Netzwerke mit Scheinfirmen im Ausland entstanden. Durch die demographische Entwicklung erwarten BKA-Experten einen weiteren Anstieg.

 

Ärzte und Patienten waren in einigen Fällen Teil des Systems: Gegen Geld attestierten Mediziner eine hohe Pflegebedürftigkeit, damit Pflegedienste besser abrechnen konnten. Auch für Patienten gab es einen kleinen Obolus oder zusätzliche haushaltsnahe Dienstleistungen. Zur Verschleierung der Straftaten führten die Mitarbeiter des Pflegedienstes sogar Pflegedokumentationen aus, allerdings fehlerhaft. Abweichungen zwischen den Aufzeichnungen und Touren- bzw. Dienstplänen führten Ermittler schließlich auf die Spur.

 

Quelle: DocCheck

 

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