Nicht nur Antibiotika schädigen die Darmflora

Allgemein bekannt: Mit einer Antibiotikatherapie tötet man nicht nur bakterielle Erreger ab, sondern senkt auch die Anzahl der wichtigen Darmbakterien vorübergehend. Jetzt gibt es jedoch Hinweise darauf, dass auch viele Medikamente ganz anderer Wirkstoffklassen die Darmflora ebenfalls schädigen.

 

Deutsche Biologen stellten nun fest, dass ein Viertel aller geprüften nicht antibiotischen Arzneistoffe, die wie beispielsweise Psychopharmaka, Krebsmittel oder Hormone das Wachstum von Darmbakterien in Laborkulturen hemmten. Dieser Effekt könnte bekannte Nebenwirkungen einer medikamentösen Behandlung erklären und zur Entstehung antibiotikaresistenter Keime beitragen, schreiben die Forscher im Fachjournal „Nature“.

 

Peer Bork vom European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg sagt, dass die Zahl der chemisch nicht miteinander verwandten Arzneistoffe, die die Darmflora schädigen, überraschend groß war. Aus früheren Studien ist bereits bekannt, dass unter anderem Diabetes- und Schmerzmittel die Darmflora verändern und so die Gesundheit beeinträchtigen können.

 

Da sich die Zusammensetzung der Darmflora von Mensch zu Mensch unterscheidet, könnten die Ergebnisse auch erklären, warum ein und dasselbe Medikament bei verschiedenen Patienten unterschiedlich starke Nebenwirkungen hat.

 

Jetzt müssen die Laborergebnisse in Tierversuchen und klinischen Studien überprüft werden.

 

Quelle: Wissenschaft-aktuell

 

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