Antibiotika können Symptome einer Viruserkrankung verstärken

Wer hat es nicht schon erlebt? Man geht verschnupft und mit dickem Kopf zum Arzt und bekommt, ohne weiterführende Diagnostik, ein Rezept für Antibiotika. Die so leider noch viel zu häufig verordneten Antibiotika, z.B. bei banalen grippalen Infekten, sind nicht nur wirkungslos - denn die meisten grippalen Infekte werden durch Viren verursacht - sie können sogar schädlich sein. Das lassen tierexperimentelle Untersuchungen vermuten.

 

Das erhöhte Risiko für eine Verstärkung der Erkrankung durch Viren wird auf eine Störung der Darmflora zurückgeführt, zu der es unter der Therapie mit den Antibiotika kommt. Der genaue Pathomechanismus ist allerdings unklar, es konnte lediglich nachgewiesen werden, dass eine Antibiotikabehandlung die Zahl der spezifischen CD8-Zellen vermindert, die die Abwehr einer Infektion koordinieren. Wie genau das geschieht, ist noch offen.

 

Unklar ist letztlich auch, ob die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind. Dies können nur epidemiologische Studien zeigen. Man könnten beispielsweise der Frage nachgehen, ob Patienten, die wegen banaler Atemwegsinfektionen orale Antibiotika erhalten haben, häufiger unter den Komplikationen von Virusinfektionen leiden.

 

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Quelle: Ärzteblatt.de