Wirkung von außen nach innen - Akupunktur

Der gezielte Stich einer Akupunkturnadel kann im Körper einen ausgleichenden Prozess in Gang setzen. Dabei entdeckte der französische Arzt Paul Nogier, dass es am Ohr des Menschen ebenfalls Punkte gibt, die mit jeweils einem Körperteil / einem Organ zusammenstehen.

 

Interessanterweise führt eine Funktionsstörung eines Körperbereichs zu einer qualitativen und quantitativen Veränderung der Punkte am Ohr, die auch physikalisch Messbar ist. Der elektrische Hautwiderstand des Areals verändert sich zur Umgebung, ebenso kann das Areal auch druckschmerzhaft oder empfindlich reagieren. Mittels eines Punktsuchers, der diesen elektrischen Hautwiderstand misst, findet der Therapeut aktive Punkte. Die Erkrankung eines bestimmten Organs oder Körperteils führt fast immer zur Veränderung der selben Stelle am Ohr, bei fast jedem Menschen.

 

Die Behandlungsmöglichkeiten der Akupunktur sind fast genau so vielfältig, wie die der Körperakupunktur. Sie kann erfolgreich in der Schmerztherapie, bei Allergien aber auch bei psychogen bedingten Problemen eingesetzt werden.

 

Eine Großstudie von Wissenschaftlern der Charité Berlin an 200.000 Patienten aus dem Jahre 2004 zeigte bei allen getesteten Diagnosen eine hochsignifikante Verbesserung durch den gleichzeitigen Einsatz von Akupunktur gegenüber alleiniger Routineversorgung.

 

Drei von vier Patienten mit Kopfschmerzen oder Lumbalsyndrom ging es auch noch sechs Monate nach der Behandlung deutlich besser“, erklärte Prof. Stefan N. Willich bei einer Pressekonferenz in Berlin. Noch höher hätte die Rate bei Arthroseschmerzen (85 Prozent), Asthma/allergischer Rhinitis (82 Prozent) und Dysmenorrhö (85 Prozent) gelegen, so der Projektleiter und Direktor des Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité Berlin.

 

Nebenwirkungen, etwa kleine Blutergüsse, seien zu vernachlässigen.

 

In den letzten Jahren wurden zahlreiche weitere Studien mit positiven Ergebnissen durchgeführt, so daß die Wirksamkeit von Akupunktur nicht mehr in Frage gestellt werden sollte. 

 

Quelle: Ärzteblatt