Iberogast® - Leber-Warnhinweise in der Schweiz angeordnet

Schöllkraut steht schon seit längerem in dem Verdacht, leberschädigend zu wirken. In Deutschland wurde die Zulassung für Arzneimittel mit einer Tagesdosierung von mehr als 2,5 mg Gesamtalkaloiden bereits im Jahre 2005 widerrufen. 

 

Die Schweizer Arzneimittelbehörde Swissmedic hat eine Anpassung der Arzneimittelinformation vorgeschrieben. Hintergrund hierfür sind neue Meldungen über sehr seltene, aber teilweise schwere Leberschädigungen durch das pflanzliche Medikament. Hinweise aus Tox-Studien deuten auf eine Dosisabhängigkeit der lerbetoxischen Wirkung hin.

 

Insbesondere besteht absolute Kontraindikation bei bestehenden oder ehemaligen Lebererkrankungen, gleichzeitiger Einnahme leberschädigender Medikamente und während der Schwangerschaft. Bei einer Anwendung von mehr als vier Wochen sollten zudem die Leberfunktionswerte überprüft werden.

 

Bayer vital teilt mit, dass der verwendete Schöllkraut-Extrakt nur eine sehr geringe Menge an Alkaloiden enthält, etwa 0,3mg pro 20 Tropfen Iberogast. Eine Änderung der aktuellen Patienten- und Fachinformationen hinsichtlich der Verwendung von Schöllkraut sei derzeit nicht vorgesehen. Es lägen auch keine neuen Fakten vor, so dass sich die Sach- bzw. Beurteilungslage von Iberogast® nicht verändert habe. Das Nutzen-Risikoprofil des Arzneimittels bleibe unverändert positiv.

 

Über Iberogast®:

Das pflanzliche Präparat wird bei Reizmagen und Reizdarm angewendet, die sich durch saures Aufstossen, Sodbrennen, Appetitlosigkeit, Blähungen und Völlegefühl, Übelkeit oder Brechreiz äußern.Es ist eine Mixtur aus neun verschiedenen Arzneidrogen.

 

Quelle: deutsche-apotheker-zeitung.de